Montafoner Steinschafe

Unsere Schafe werden von klein auf, gestreichelt und von allen Kindern geliebt, dadurch haben wir sehr zahme und auch ruhige Tiere, die auf Pfeifton und Rufe hören. Das ist uns sehr wichtig, da wir sehr oft Kinder im Stall haben und es nicht verantworten könnten, sie in den Stall zu lassen, ohne zu wissen, dass nichts passiert.

Sie sind sehr lebhaft, und haben eine gute Muttereigenschaft. Hohe Fruchtbarkeit, leichte Ablammung und problemlose Aufzucht sind ebenfalls Stärken des Montafoner Steinschafes.
Von Anfang Juni bis Ende September weiden unsere Montafoner Steinschafe auf der Alpe Alpila, die eine Genossenschaftsalpe ist, auf der auch wir Weiderechte haben. Hoch oben im Gebirge zäunen wir jedes Jahr ca. 3-4 ha für unsere 80 Stück (inkl. Lämmer) Schafe ein. Wer jetzt aber denkt, wir haben in diesen Monaten keine Arbeit mit den Schafen der täuscht sich, denn sie sind nicht immer zufrieden mit den Bergkräutern, die wir eingezäunt haben. Meistens gefallen ihnen die Kräuter, und sogar die alten Brennesseln die hoch oben, zwischen Fels und Schotter wachsen, besser. Durch Löcher, die die Gämse machen, um vom einen Ende ans anderen zu kommen, büchsen die Schafe gerne aus. Sie wandern mit der Sonne mit und sind meist erst am Abend wieder so weit unten, dass sie uns hören und wieder in das Eingezäunte Reich kommen. Am Tag ziehen sie gerne mit den Gämsen von Berg zu Berg und machen ein Nickerchen knapp unter der Kuhspitze. Wenn die Schafe im Herbst wieder nach Hause kommen, erwarten sie frische, saftige Wiesen.

Die Tiere eignen sich bestens für die Offenhaltung extensiver Flächen, die vom Zuwachsen bedroht sind. Gehölze und Sträucher werden zuverlässig verbissen und reduziert. Bei der Zucht dieser Tiere wird besonders angestrebt, diese robuste und langlebige Schafrasse in ihrem ursprünglichen Typ zu erhalten. Es kommen sowohl reinfarbig weiße, schwarze, braune, beige und auch gefleckte Tiere, behornt und unbehornt, vor. Die auffallend glänzende Mischwolle zeichnet sich durch eine hervorragende Qualität aus. Die eher kleinrahmigen Tiere mit ausgezeichneter feinfasriger Fleischqualität eignen sich bestens für die Direktvermarktung und zur Selbstversorgung.

Ende Oktober kommen dann die ersten Babys, das heißt für uns, es ist Zeit einzustallen. Nun bekommen sie Heu dazu gefüttert und dürfen in der Nacht im warmen Stall bleiben. Unter Tags machen wir das Tor auf, sodass jedes Schaf selbst entscheiden kann was es machen will. Sobald im Frühling das erste Gras anfängt zu sprießen, toben und springen die kleinen Lämmer draußen herum und erfreuen sich des schönen Wetters. Bis es wieder auf die Alpe geht, werden sie auf unseren Wiesen eingezäunt. Unsere Schafe sind kleine, futterdankbare, robuste Schafe. Sie haben harte Klauen und sind Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Das ist super auf der Alpe, denn wenn sie Krankheiten hätten, müssten wir sie in den Stall transportieren. Dies wird nur im äußersten Notfall gemacht – bei einer unerwarteten Geburt im Sommer beispielsweise. Die große genetische Variabilität (alle Wollfarben und sowohl behornte als auch hornlose Tiere) ist erwünscht und soll erhalten werden. Die Tiere sind relativ klein und leicht. Sie besitzen einen natürlichen, wildtierartigen Körperbau. Dadurch gibt es kaum Geburtsprobleme und sie zeichnen sich durch gute Berggängigkeit aus. Dieser schlanke Körperbau ergibt einen geringeren Fleischansatz, das feinfasrige Fleisch hat aber eine hervorragende Qualität. Das geringe Gewicht erleichtert auch die Pflege (Klauenschnitt und Schur).

Körpergewicht: Auen: 35 bis 45 kg / Böcke: 50 bis 60 kg

Körpergröße: Auen: 55 bis 70 cm / Böcke: 60 bis 75 cm

Das Montafoner Steinschaf gilt als hochgefährdet und ist vom Aussterben bedroht. Sie weist eine große genetische Distanz zu allen anderen Steinschafrassen auf. Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es nur noch vereinzelt solche Tiere im hintersten Montafon. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die landwirtschaftliche Produktion auch im Montafon immer mehr auf Rinder- und Schweinefleisch umgestellt, und das Steinschaf wurde durch größere und mastfähigere Rassen verdrängt. Ab 1989 wurden typische Tiere angekauft und ein Zuchtbuch zur Vermeidung von Inzucht gegründet. Schon aus kulturgeschichtlichen Gründen wäre daher ein endgültiges Aussterben dieser Rasse ein großer Verlust. Erhaltung des ursprünglichen Typs. Strenge Reinzucht und Inzuchtvermeidung durch gezielte Anpaarung und Haltung einer möglichst großen Anzahl männlicher Tiere.

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